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Wirtschaftliche Potenziale des Alters

Dokumentation

Der Begriff "Demographischer Wandel" ist in aller Munde. Sinkende Bevölkerungszahlen bei einer gleichzeitigen Alterung der Gesellschaft lassen oftmals das Bild von einer "vergreisten Republik" mit pessimistischen Zukunftsaussichten entstehen, wobei in dieser Diskussion Alter häufig mit Hinfälligkeit verwechselt wird. Sicherlich ist nicht zu leugnen, dass die demographischen Entwicklungen tief greifende ökonomische und gesellschaftliche Folgen mit sich führen. Oftmals wird aber verkannt, dass mit der Alterung der Gesellschaft auch Chancen für Wirtschaft und Arbeitsmarkt verbunden sind.

Ein Aspekt, der für dieses Wachstumsmodell spricht, ist die Vermögenssituation der älteren Bevölkerung. Zwar bilden Renten und Pensionen wei-terhin die wesentlichen Einkommensquellen der älteren Bevölkerung, ein nicht zu vernachlässigender Anteil der Seniorenhaushalte kann aber auf zusätzliche Einkommensquellen wie z.B. Barvermögen oder Einkünfte aus Kapitalanlagen oder Immobilien zurückgreifen. Die Wirtschaftskraft der älteren Generation ist nicht zu unterschätzen.

Vor diesem Hintergrund fand am 05.07.2004 im "Hamburger Bahnhof" in Berlin die Fachtagung "Wirtschaftliche Potenziale des Alters" statt, zu der das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Fachverständigenkommission des 5. Altenberichts eingeladen hatten. 180 Vertreter-/innen aus den Bereichen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft waren eingeladen, um sich ein sachgerechtes Bild über die wirtschaftlichen Potenziale des Alters zu machen.

"Hamburger Bahnhof" in Berlin, 05.07.2004

Im Vordergrund stand dabei ein Erfahrungsaustausch zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte der Vorsitzende der Altenberichtskommission Prof. Dr. A. Kruse die Teilnehmer und gab eine kurze Einführung in die Thematik, wobei zudem die Ausrichtung des 5. Altenberichts erläutert wurde.

Prof. Dr. A. Kruse eröffnete die Fachtagung

Im Anschluss machte die Bundesministerin Renate Schmidt in ihrer Rede deutlich, dass mit der Alterung der Gesellschaft nicht nur Risiken verbunden sind, sondern hieraus durchaus Chancen entstehen können, wenn ein neues, positiveres Altersbild in der Gesellschaft entsteht, und sich daraus ein neuer Blick auf die Potentiale des Alters entwickelt und in weiterer Konsequenz der Zusammenhalt der Generationen gestärkt wird.

Bundesministerin Renate Schmidt

In den anschließenden Fachvorträgen aus Wissenschaft und Wirtschaft wurde die Thematik vertieft.

So betonte etwa Prof. Dr. Michael Heise, Chefsvolkswirt der Allianz Gruppe und Dresdner Bank AG, dass die Vermögenssituation der älteren Generation nicht zu unterschätzen sei. Es sei aber unabdingbar, das Problem der Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, denn besonders die im internationalen Vergleich niedrige Erwerbsquote der Menschen ab 55 Jahren in Deutschland sei ein alarmierendes und ernstzunehmendes Signal. Gleichzeitig betonte er, dass in Zukunft die private Altersvorsorge und somit die Eigenverantwortung des Einzelnen deutlich an Bedeutung gewinnen werde.

Fachvortrag von Prof. M. Heise

Prof. Dr. W. Schmähl wies in seinem Fachvortrag u.a. auf die auch in Zukunft weiter zunehmende Einkommensdifferenzierung innerhalb der älteren Generation hin.

Fachvortrag von Prof. Dr. W. Schmähl

Am Nachmittag wurde in zwei Arbeitsgruppen die Einkommens- und Vermögenssituation und die Einkommensverwendung der älteren Generation diskutiert.

Arbeit in Arbeitsgruppen mit den Themenschwerpunkten Einkommens- und Vermögenssituation sowie Einkommensverwendung und Konsum älterer MenschenArbeit in Arbeitsgruppen mit den Themenschwerpunkten Einkommens- und Vermögenssituation sowie Einkommensverwendung und Konsum älterer Menschen

Im Bezug auf die zukünftige Entwicklung der Einkommensverwendung waren sich die Experten einig, dass eine Prognose diesbezüglich schwierig sei und sich daher nur allgemeine Trends vorhersagen ließen. So werden etwa in Zukunft die Finanzdienstleistungen oder aber auch mit einander gekoppelte Dienstleistungen wie etwa medizintechnische und personenbezogene Dienste an Bedeutung gewinnen.

Die abschließende Podiumsdiskussion wurde von Prof. Dr. Naegele moderiert. Hieran war neben den Referenten auch der Staatssekretär des BMFSFJ Peter Ruhenstroth-Bauer beteiligt. Die Ergebnisse der Arbeits-gruppen wurden kurz vorgestellt und auf dem Podium und im Plenum diskutiert. Alle Beteiligten waren sich einig, dass gerade im Bereich der Seniorenwirtschaft große Wachstumspotenziale liegen. Gleichzeitig liegt das vorrangige Ziel darin, die Zahl der Arbeitslosen zu senken.

Podiumsdiskussion: M. Grabka, Prof. Dr. W. Schmähl, PD Dr. J. Hilbert, Staatssekretär P. Ruhenstroth-Bauer, Prof. Dr. R. G. Heinze, Prof. Dr. G. Naegele

Dokumentation der Fachtagung zum Download (ca. 904 KB)

Die Vorträge der Tagung

Webmaster Letzte Aktualisierung: 2008-11-18